Regierungskonzert 2012 «Musikalische Naturtöne» |
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Wie ein roter Faden ziehen sich «Musikalische Naturtöne» durch das sorgfältig konzipierte Programm. Auf mannigfaltige Weise haben sich Komponisten mit der Natur und deren Klängen auseinandergesetzt. So ist es denn kein Zufall, dass jene Instrumente solistisch im Vordergrund stehen, die der Natur am nächsten sind: Die Töne des Horns, des Alphorns und des Büchels basieren ausschliesslich auf den Naturtonreihen, und die menschliche Stimme gilt ohnehin als das natürlichste aller Musik-«Instrumente». Gleichzeitig wurden in der abendländischen Kulturgeschichte Naturstimmungen immer wieder als Sinnbilder für menschliche Seelenzustände sowie für Reflexionen benützt. Henry Purcell skizziert in seinen drei Gesängen den Lauf des Tages vom frühen Morgen über den Abend bis in die tiefe und düstere Nacht und malt ihn – ganz im barocken Geist – mit allerlei Allegorien gesellschaftskritischer und religiöser Art aus. Die sechs Gedichte aus verschiedenen Jahrhunderten, die der Serenade von Benjamin Britten zugrunde liegen, handeln von den nächtlichen Stunden des natürlichen Tagesablaufs. Mit seiner Vertonung schafft Britten sechs starke und unterschiedliche Bilder. Umrahmt wird das Werk von zwei Hornsoli, die ausschliesslich auf der Basis der Naturtöne komponiert sind und dadurch dem Charakter einer traditionellen Alphornmelodie sehr nahekommen. Zur Zeit Mozarts war das Ventilhorn noch nicht erfunden. Die Hornisten spielten ihre Melodien – durchaus dem Alphorn ähnlich – ausschliesslich durch Veränderung ihrer Lippenspannung und Blasstärke; dazu kam das «Stopfen» des Trichters durch die rechte Hand. Mozart schrieb sein Hornkonzert KV 417 für seinen langjährigen Freund Joseph Leitgeb, den er liebend gerne auf freundschaftliche Art zum Narren hielt. Über den Titel des frisch komponierten Konzerts etwa fügte als Widmung hinzu: «Wolfgang Amadé Mozart hat sich über den Leitgeb Esel, Ochs, und Narr, erbarmt // zu Wien den 27: May 1783.» Dass das Alphorn in der klassischen Musik verwendet wird, ist seit dem 18. Jahrhundert nachgewiesen. Das berühmteste Alphornkonzert stammt von Mozarts Vater Leopold, und besonders als Folge des aufkommenden Alpentourismus im 19. Jahrhundert griffen Komponisten in ihren Werken auf das Alphorn als naturromantisches Sinnbild zurück. Die Basler Komponistin Helena Winkelman verfolgt in ihrem Alphornkonzert einen anderen Ansatz. Sie wurde vielmehr von einer rumänischen Hirtenlegende zur Komposition ihres Alphornkonzertes inspiriert. Joseph Haydns fulminante Sinfonie Nr. 52 (1771/72) steht am Ende einer Reihe von Sinfonien, die gemeinhin als Haydns Phase des Sturm und Drang bezeichnet wird – einer Epoche, in der die Natur als Inbegriff des Ursprünglichen und Ungekünstelten verehrt wurde. Einige Stilmittel in der Sinfonie sind tatsächlich dem Sturm und Drang eigen: Die pathetische Tonart c-Moll, viele schroffe Charakterwechsel und ihre unmittelbar dramatische Wirkung. So wundert es nicht, dass die Sinfonie dahingehend gedeutet worden ist, dass sie die c-Moll-Sinfonie der Musikgeschichte, Beethovens Fünfte, ein Stückweit vorwegnimmt. |
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Mark Padmore, aufgewachsen in Canterbury (GB), lernte Klarinette, dann Gesangsstudium im Chor des King's College in Cambridge. Weltweite Karriere als Tenor auf Opernbühne wie im Konzertsaal, besonders angesehen sind seine Partien in den Bach-Passionen. Zusammenarbeit mit Philippe Herreweghe, René Jacobs und William Christie sowie mit den Wiener und Berliner Philharmonikern, New York Philharmonic und vielen anderen führenden Orchestern. Zahlreiche CD-Aufnahmen und Uraufführungen. Balthasar Streiff tritt mit Alphorn, Büchel, Trompete, Tuba, Barocktrompete und artverwanden Instrumenten auf. Gesangs- und Trompetenstudium an der Jazzschule Luzern, heute spezialisiert auf musikalische Projekte im Kontext mit der Bildenden Kunst, Theater, Film, Performance und Literatur. Auftritte im In- und Ausland, u. a. an den Festivals in Luzern und Salzburg, daneben Kompositionsaufträge und Forschungstätigkeit im Optimieren und Rekonstruieren diverser Instrumente. Yuki Kasai, geboren in Basel, studierte daselbst Violine bei Raphaël Oleg und in Berlin bei Antje Weithaas. Nach mehreren Wettbewerbsgewinnen tritt sie heute als begeisterte Kammermusikerin in verschiedensten Formationen auf. Konzertmeisterin der Kammerakademie Potsdam und dem Ensemble Oriol Berlin sowie Gastkonzertmeisterin u. a. beim Chamber Orchestra of Europe und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.
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www.kammerorchesterbasel.ch |
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