Klavierabend Ronald Brautigam

 


 


Mittwoch, 30. November 2011
Aula der Kantonsschule Glarus, 20.00 Uhr

L. v. Beethoven

Eroica-Variationen Es-Dur op. 35
Sonate cis-Moll op. 27/2 «Mondscheinsonate»

R. Schumann

Arabeske C-Dur op. 20
Kreisleriana op. 16

 

Ronald Brautigam
Bild: Marco Borggreve
 

«Auf wirklich ganz neue Manier» habe er sie komponiert, schrieb Beethoven an den Musikverlag Breitkopf & Härtel im Jahr 1802 über seine Eroica-Variationen op. 35. In der Tat entwickelte Beethoven in diesen Variationen ein völlig neues Konzept, in dem nicht das Thema als solches, sondern dessen Bestandteile im Zentrum stehen. Das Thema ist übrigens weitherum bekannt: Beethoven verwendete es später im Schlusssatz der Eroica-Sinfonie, welche den Variationen im Nachhinein den Namen gab.
«Quasi una fantasia» bezeichnete Beethoven seine Sonate op. 27/2 in der düsteren wie seltenen Tonart cis-Moll. Abgesehen von der Satzfolge «langsam – mässig – schnell» ist es vor allem der Kopfsatz, der für die Klaviersonaten jener Zeit höchst ungewöhnlich ist. Der Satz erinnert an eine «fantasia» und schafft eine einzigartige Atmosphäre, die einem romantischen Charakterstück schon sehr nahekommt. Kein Wunder, dass der Satz schon bald im romantischen Sinn interpretiert wurde und dem Werk den Zunamen «Mondscheinsonate» zukam.
 
«Kreisleriana» nannte Robert Schumann eine Sammlung von acht Charakterstücken, die er 1838 komponierte. Er vertonte darin die Geschichten des Kapellmeisters Kreisler, einer fiktiven Figur, die E. T. A. Hoffmann erschaffen hatte und in mehreren literarischen Werken zu Wort kommen lässt. Johannes Kreisler, so Hoffmanns Vorstellung, war ein begnadeter Komponist, der an seinem «überreitzbaren Gemüthe, seiner bis zur zerstörenden Flamme aufglühenden Fantasie» scheiterte. Schumann vertonte in seinen «Kreisleriana» auch seine eigene Person und Gedanken. Offenbar fühlte er sich mit dem Kapellmeister Kreisler emotional eng verbunden, und der weitere Verlauf seiner eigenen tragischen Lebensgeschichte sollte diese Verbindung nur bestätigen.
 

Ronald Brautigam studierte in Amsterdam, London und in den USA bei Rudolf Serkin. Er konzertierte mit Orchestern wie dem Concertgebouw Orchester Amsterdam, dem London Philharmonic, dem BBC Philharmonic und vielen anderen und arbeitete mit Dirigenten wie Frans Brüggen, Riccardo Chailly, Charles Dutoit, Bernard Haitink, Philippe Herreweghe und Simon Rattle zusammen. Zu den fast vierzig veröffentlichen CD-Einspielungen zählen sämtliche Klavierwerke von Mozart, Haydn und Beethoven, alle gespielt auf dem Hammerklavier. Seine Aufnahmen wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
 

«Atemberaubend und rebellisch: Ronald Brautigam stürmt der Konkurrenz in Sachen Beethoven davon.»
Süddeutsche Zeitung
 

www.ronaldbrautigam.com
 
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