Leichtgemachte Wege ins depressive Nichts

 


 

Anette Herbst
 
Freitag, 2. Dezember 2011
Hotel Restaurant Schwert, Näfels, 20 Uhr

Kabarett für Freunde des illustren Unsinns
 

Ein abendfüllendes Programm rund um die Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit einer Protagonistin, die schlicht die Welt nicht mehr versteht. Ein wortreicher Abend in Bildern und Tönen.
 
Anette Herbst
Bilder: Mirco Rederlechner
 

Anette Herbst ist Schauspielerin, Kabarettistin, Autorin, Dichterin, Linkshänderin und immer wieder Moderatorin. Fragt man sie, welche der Bezeichnungen am meisten auf sie zutrifft, antwortet sie: «Nachteule». Sie liebt Kleist und Hanfschnüre, die Ostsee und ihren inneren Schweinehund. Schreiben ist ihr Ventil. Sprechen ihre Kunst. Unterhalten ihre Leidenschaft. Auf die Bühne bringt sie all das, was sie dem Alltag abluschert und ablauscht. Und natürlich all das, worüber sie so herzhaft lachen kann. Und sonst passiert auch noch jede Menge.
Originalton: «Wo sind wir hier? Wie kommen wir da hin? Und wie wieder raus? Das wollte ich auch wissen. Meine Nachfragerei hat ergeben, dass alles eine Frage der Interpretation ist und es an ein Wunder grenzt, dass wir uns gegenseitig überhaupt noch verstehen. Verstehen Sie? Ich sach ma so: Den Schiller, den hätt ich genommen. Schöner Mann! Gerade weil man ihn erst beim zweiten Mal so recht versteht. Sonst wärs ja auch keine Kunst. Gebundene Sprache. Herrlich! Die Sprache des Alltags hetzt uns allenfalls ein Teppichschaumreinigungsgerät durchs Telefon mitten aufs Parkett. Also nein!

 
Anette Herbst

Geboren wurde Anette Herbst sehr wahrscheinlich zwischen mehreren Bocksbeuteln, auf jeden Fall aber im Zeichen des Löwen, und zwar im Jahr des Feuerpferdes 1966 – und all das in Unterfranken. Dieser dramaturgisch ausgefeilte und szenisch perfekt hingesägte Start zieht Theatrales nach sich.
Es bleibt komisch. Schon im Kindergartenalter lernt sie gute von schlechten Inszenierungen zu unterscheiden. Das gruppenmässige «Zwei-und-Zwei-zur-Toilette-gehen» überlässt sie dort deshalb anderen und geht lieber allein. In der Schule staunt sie solange über ihre Lehrer, bis sie diese originalgetreu nachbilden kann. Je länger die Schulzeit geht, desto deutlicher wird, dass sich ihre Interessen mit denen der Mitschüler nicht decken. Die meisten wollen Geld verdienen, Anette möchte Ferien. So gehen die einen in irgendwelche Lehren, sie geht in Theater. Am liebsten in Dreispartenhäuser. Dort laufen die schönsten Intrigen, treffen sich Starallüren und Profilneurosen aufs Herzlichste. Theater bis in die Kantine. Hier sind die Tränen wenigstens echt. Jahre und unzählige Ortswechsel später engagiert man sie fürs Radio, einer Bühne ohne Bild dafür meistens mit Ton. Die Bühnenbilder sind hier virtuell, die Intrigen vertraut. Als sie dort schliesslich ein Grüppchen zwei und zwei zur Toilette gehen sieht, zieht sie von dannen. Kurze Zeit später bringt sie ihr erstes Soloprogramm auf die Bühne, mit Bild und jede Menge Ton.
Was weiter geschieht:
Mittlerweile ist ihr zweites Soloprogramm über die unterschiedlichsten Bühnen. Es trägt den fröhlichen Titel «Leichtgemachte Wege ins depressive Nichts» und ihre Mutter findet, das sei doch mal unterhaltsame Entspannung.
 

«Anette Herbst nimmt uns mit, ja, schleift uns förmlich durch all die irrwitzigen Verwilderungen des ganz normalen Lebens. Und ob wir wollen oder nicht: Dieser Abend wird uns immer wieder einholen. Wir lassen es gerne zu, denn selten war Alltag so lustig.» LUSTIKUS - Das Zwerchfellmagazin

«Unterhaltung eben und das im besten Sinne.» Der Pizza-Kurier

«Ihr depressives Nichts ist multipel. Kopf voran springt sie in den Abend hinein. Hier jetzt, los!
Ein improvisierter, wortreich-virtuoser Abend, mit verblüffenden Sprachbildern, frechen Pointen, schrillen Ausdrücken, bisweilen mit genial aus dem Moment heraus gefundenen Übergängen. Mit einer belebten Mimik und mit einer körperlichen Präzision und Präsenz, die hinter der lockeren Art den Profi bis in die Fingerspitzen und die harte Arbeit ahnen lässt.» Gabriela Kägi für DRS 2
 

www.anette-herbst.ch
 
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